Home > Experten > Professor Dr. Thorsten Polleit: „Die antikapitalistische Mentalität. Ein Psychogramm“

Professor Dr. Thorsten Polleit: „Die antikapitalistische Mentalität. Ein Psychogramm“

Professor Dr. Thorsten Polleit: „Die antikapitalistische Mentalität. Ein Psychogramm“

Verbreitete Kapitalismus-Assoziationen

  • Helmut Schmidt: “Raubtier-Kapitalismus
  • Franz Müntefering: “Heuschreckenschwärme” im räuberischen Kapitalismus
  • Sarah Wagenknecht: “Freiheit statt Kapitalismus”
  • Kapitalismus führt zwangsläufig zu Krisen
  • Kapitalismus als das Urproblem für alle Probleme

“Die antikapitalistische Mentalität ist alles andere als eine Harmlosigkeit” (Polleit)

Wort des Kapitalismus?

Heute politischer Kampfbegriff

Wirtschafts- und Gesellschaftsform mit drei Kriterien

  1. Produktionsmittel liegen in privaten Händen
  2. Geld als Tauschmittel
  3. Wettbewerb in freien Märkten

Den Kapitalismus gibt es praktisch in Reinform nicht. Historisch gab es Fragmente dessen, aber keinen reinen Kapitalismus.

Kein anderes Gesellschaftsmodell habe

  • den Menschen soviel materiellen Wohlstand gebracht, (Ja, aber geistig und sozial verarmt!)
  • so viele Menschen aus der Armut heraus geholt, (Ja, weltweit statistisch, aber nicht im Glücks-Index)
  • friedvolle Bande zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen geknüpft. (Nein, weltweit überall und immer mehr Kriege, Bürgerkriege, Wirtschafts- und Währungskriege, anwachsende Kriminalität)

“Ohne eine kapitalistische Grundordnung könnte eine Weltgemeinschaft von 7 Milliarden Menschen gar nicht bespeist, gekleidet und behaust werden.” (Polleit)

Welche absichtlich falsche Anmaßung!

(1) Kapitalismus habe die Zahl der Bevölkerungen anwachsen lassen: Falsch!

  • Im “westlichen” Kapitalismus gehen die Geburten eindeutig zurück! D.h. Kapitalismus verringert die Bevölkerungsreproduktion.

(2) Kapitalismus habe die Armut weltweit verringert: Falsch!

In der “reichen” kapitalistischen BRD war die Schere zwischen Reich und Arm noch nie so groß, leben fast 1 Million Menschen ohne Behausung auf der Strasse, kann fast 25 % der Rentner nicht von ihren erwirtschafteten staatlichen Renten existieren. Die Globalisierung des Kapitalismus habe zwar die finanzielle Armut statistisch in der Weltbevölkerung verringert, aber in den kapitalistischen Herkunftsländern die soziale Lage (Spaltung zwischen allen) verschlechtert und die geistige Armut (Verdummung) verstärkt.

(3) Die Situation wäre überall noch besser, wenn man einen “reinen Kapitalismus” durchsetzen würde: Falsch!

Warum gibt es denn nirgends einen “reinen” Kapitalismus? Offenbar deshalb, weil allein durch den Besitz der Produktionsmittel und die Macht des GELDES alles andere im privat-egoistischen Sinne in der Gesellschaft beeinflußt werden kann (auch das Nichtvorhandensein von freien Märkten und angeblich durch Nachfragen bestimmten Preisen).

Der Privatbesitz z.B. von Grund und Boden: Keinem einzelnen Menschen gehört irgendetwas auf dieser Erde. Dieser Planet gehört allen Lebewesen, die sich hier zeitweilig aufhalten, und sie sollten in Harmonie hier miteinander leben, sich entwickeln können und den Nachfahren “sauber” hinterlassen. Aber durch Besetzung (Be-Sitz-Nahme), Verteidigung des Besetzen und Verdrängung anderer (Raub) entstand Privatbesitz, der dann mit physischer Macht zu menschlichen (unnatürlichen) Gesetzen (Besitzrecht) gemacht wird, an die sich die anderen halten müssen.

Beispiel: Bereits vor 200 Jahren (1820) schrieb Ernst Moritz Arndt unter der Überschrift: „Ein Wort über die Pflegung und Erhaltung der Forsten und der Bauern im Sinne einer höheren, das heißt menschlichen Gesetzgebung“.

  • „In manchen Landschaften Deutschlands hat man in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren sehen können, wie der heilloseste und ruchloseste Unfug mit edlen Bäumen und Wäldern getrieben ist und ganze Forsten ausgehauen und ganze Bezirke entblößt sind, weil der einzelne Besitzer mit der Natur auf das willkürlichste schalten und walten kann. Was kümmert es den, der Geld bedarf und in zehn Jahren zu verbrauchen gedenkt, wovon sein Urenkel noch zehren sollte, ob er eine öde und Menschen künftig wenig erfreuliche, ja Menschen kaum brauchbare Erde hinterläßt?“ 

Privater Besitz von etwas, was allen gehört, führt zur Spaltung der Gesellschaft und hierarchischer Macht über andere, zu Verdrängung des Schwächeren sowie Konzentration und Monopolbildung der Macht der Besitzenden. (siehe Analysen von Karl Marx). Deshalb muß die Prämisse von Privatbesitz von Produktionsmitteln immer zu “Verunreinigung” des Kapitalismus führen. Es kann keinen “reinen” Kapitalismus geben.

(4) Die “Leistungsfähigkeit” des Kapitalismus sei so enorm (gegenüber anderen Gesellschaftsvorstellungen): Falsch!

  • Wie wird das Beispiel des (angeblich) kommunistischen Chinas hier eingeordnet? China hat dem führenden kapitalistischen Land USA hinsichtlich Leistungsfähigkeit eindeutig den Rang abgelaufen!
  • Wie ist die wahre Effizienz-Rechnung (Aufwand zu Ertrag) des Kapitalismus? Wie hoch sind demgegenüber die Verluste an Leben von Menschen, Tieren, Pflanzen sowie die Folgen der Ausbeutung der Erde für Rohstoffe, die seit Jahrzehnten für Wirtschaft und Gesellschaft nicht nötig wären (Beispiel Kohle, Öl- und Gas-Förderung für Energiegewinnung, obwohl seit über 100 Jahren freie Energie (Nikola Tesla)  für jedermann in Hülle und Fülle verfügbar wäre)?
  • Diese Gesellschaftsform macht eindeutig krank (Stress) und die Besitzer von Geld, Produktionsmitteln und darüber Macht realisieren weltweit Riesen-Geschäfte mit Krankheiten und dem chronischen Kranksein von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie neuerdings Umwelt (Pharmazie, Impfindustrie), obwohl längst Heilung der gesamten Menschheit möglich wäre!

(5) Der Kapitalismus gibt dem Gewinn-Verlust-Prinzip Raum

In einer “Verkehrs-Wirtschaft” verbessere jeder seine Lage, indem er die Bedürfnisse der Mitmenschen bedient. Wenn der Bäcker seine Backwaren anderen verkauft, macht er nach Kostendeckung einen Gewinn. Das sei die Belohnung für den “guten Dienst” am Kunden. Mit dem Gewinn kann er seine Produktion vergrößern, erweitern, modernisieren. Wenn der Bäcker schlechte Waren produziert kaufen die Kunden bei anderen, und er macht Verluste. Dieser Bäcker wird aus dem Markt gedrängt. Alle Anbieter sind deshalb ständig aufgefordert, ihre Leistungen ständig zu verbessern. Der Kapitalismus diene vor allem der “Masse” mit Massengüter-Produktion.

“Im Kapitalismus profitiert jeder.”

Jeder gäbe in der freiwilligen Tauschwirtschaft das ab, was er weniger Wert schätze und erlange das, was er mehr wertschätzt. In diesem freiwilligen Tausch würde “jeder besser gestellt”

Auch die Unbeteiligte würden im Kapitalismus profitieren: Der Produktivitätszugewinn würde sich in Lohnerhöhung bei allen auswirken. Die Lohnerhöhungen in einer Branche zwingen die Unternehmer in einer anderen Branche ebenfalls zu Lohnerhöhungen, sonst würden die Arbeitskräfte abwandern zu den höheren Löhnen.

(6) Einwände:

6.1.) Probleme der heutigen Gesellschaft wie Finanzkrisen

Nein, dies wären keine “kapitalistischen” Probleme, weil die Gesellschaft nicht reiner Kapitalismus ist und dies “anti-kapitalistische Konstruktionen” oder “interventionistische Konstruktionen” seien, die im Sozialismus landen würden.

6.2.) Vermögenskonzentration bei Wenigen (1%):

Nein, jeder Unternehmen muß seinen Markterfolg immer wieder neu verdienen und immer wieder besser sein als seine Wettbewerber. Geschäftliche Verluste zehren sein Kapital auf und sein Vermögen wandert in die Hand der Besseren. Und die Geschichte sei voll von zunächst erfolgreichen Unternehmern, die später viel oder alles gegenüber der Konkurrenz wieder verloren haben.

“Wer im Kapitalismus dauerhaft vermögende bleibt, der ist offenbar in der Lage, seinen Mit.Menschen dauerhaft … zu dienen.” (Polleit)

“Vermögenskonzentration stellt sich im Kapitalismus eben nur ein, wenn es auch im Sinne der Nachfrager ist.” (Polleit)

6.3.9) Fürsorge, Schwache, Kranke, Alte, …

Das Menschen unterschiedliche Interessen, Fähigkeiten, Wünsche haben, krank oder gesund sein, habe nichts mit dem Kapitalismus zu tun?

Fürsorge würde sich immer stellen, habe nichts mit Kapitalismus zu tun

  • Wieso Kinder- und Altersarmut (wo man natürlich noch nicht oder nicht mehr leistungsfähig ist)?
  • Wieso sind 80 % der angestellten Menschen im heutigen Kapitalismus mit ihrem Job unzufrieden, demotiviert, innerlich gekündigt.
  • Wieso ist Stress im Kapitalismus Krankmacher Nr. 1?
  • Wieso können arbeitende Menschen vom Arbeitslohn nicht leben?

Wie ist Kranken- und Behindertenpflege im Kapitalismus gegenüber Sozialismus?

“Im Kapitalismus geht es den Armen, Schwachen und Kranken weitaus besser als im Sozialismus.”  (Polleit)

Warum wird trotz angeblich unsachlicher Kapitalismus-Kritik der Sozialismus als wünschenswerte Alternative beschworen?

“Sozialismus bedeutet, die Produktionsmittel befinden sich in den Händen des  Staates. Sie sind nationalisiert, nicht im Besitzt der Unternehmer, der Privatpersonen.”

Ludwig von Mises habe 1919 “wissenschaftlich” bewiesen (Die “Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinswesen”), “daß der Sozialismus nicht funktionieren kann”. “Und das Ganze endet im Chaos.” Von Mises meinte, daß es nur eine Gesellschaftsform gibt, die sich dauerhaft mit Veränderungen durchsetzen läßt: Kapitalismus

(1) Mangelndes Wissen

Die Mehrheit der Menschen wisse nicht, wie der Kapitalismus funktioniert.

  • Warum werden wohl die Menschenmassen (über 80 % sind finanzielle Analphabethen) bezüglich des Geldes und des Geldsystems (= Kapital-ismus) absichtlich vom Wissen ferngehalten?
  • Wenn Kapitalismus so “natürlich” gut wäre, bräuchten Menschen auch kein Wissen darüber, er müßte sich not-wendig und gesetzmäßig natürlich durchsetzen.

(2) Absichtlicher Irrtum

Die ökonomische Wahrheit über den Kapitalismus wird bewußt verschwiegen oder der Öffentlichkeit verzerrt präsentiert. Der Kapitalismus wird kritisiert und damit der Sozialismus als Alternative aufgewertet. So agiere z.B. auch der Kulturmarxismus.

(3) Psychische Störungen

Eine anti-kapitalistische Haltung könnte “psychopathisch” sein. “Psychopathen sind Menschen, die ihre Ziele rücksichtslos verfolgen, die andere manipulieren,  in die Irre führen, und die dabei kein Mitleid oder Schuldgefühl empfinden. ” Oder “Soziopathen2, die zur Empathie fähig sind, sich dennoch asozial verhalten.

“Für Menschen, die unter diesen Persönlichkeitsstörungen leiden, eignet sich das Bekämpfen des Kapitalismus und das Hoffieren des Sozialismus in ganz besonderer Weise, um anderen den eigenen Willen aufzuzwingen, sie zu gängeln, auszubeuten, ihnen willentlich zu schaden.” (Polleit)

  • Das ist unglaublich. Wieviele Beispiele aus der kapitalistischen Welt (bis zum vorsätzlichen Mord und Schaden bei anderen) kann man aufführen! Allein wenn der Konzernchef von Nestle sagen und machen darf, daß Trinkwasser kein Recht der Menschen sei (40 % der Trinkwasserquellen der Welt besitzt dieser Konzern!)

(4) Neid und Mißgunst

Im Kapitalismus sei “jeder seines Glückes Schmied. Allen steht prinzipiell der Erfolg offen, indem man die Wünsche seiner Mitmenschen besser bedient als anderen das tun.”

Meine Bewertung:

Hier wird eine “argumentative Selbstverteidigung des Kapitalismus” versucht, die m.E. voll durchfällt, weil hier keine sachlichen und gleich gar nicht überzeugenden Argumente geboten wurden. Das ist ebenfalls nur schlechte Propaganda und oberflächliches “Sprech”, die aus einem intellektuellen Überlegenheitsdünkel heraus vorgetragen wird.

Welch unglaublich naive und kindliche Präsentation dieses arroganten Professors, der maßgeblich die Auffassung von Wirtschaft und Gesellschaft (im Mises Institut Deutschland) mitbestimmt.

Apokalypse – 7. Posaune seit 2001 – Die Wahrheit über Kapitalismus, Heuschrecken, Reptiloide und Co.

 

 

Check Also

SYSTEM ERROR

SYSTEM ERROR – Trailer (Kinostart 10.5.2018)Inhaltlich verbundene Beiträge: SYSTEM ERROR – Trailer (Kinostart 10.5.2018) In …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.