Die Aufhebung der Golddeckung 1971

Der USA-Präsident Richard Nixon hob einseitig 1971 den Goldstandard der Währungen in der Welt auf. Seit dem lebten die USA auf Kosten der Welt durch die Unterlegung des Dollars mit dem „Schmiermittel der Welt“, dem Erdöl. Seit 45 Jahren machte diese Bindung Dollar und Öl die USA zur alleinigen Weltmacht der Wirtschaft. Ohne Dollar gab es kein Öl und ohne Öl konnte kein Land und keine Wirtschaft funktionieren bzw. überleben. Dieser „Petrodollar“ ermöglichte den USA per Notenpresse u.a.

  • „seinen Militärhaushalt ins Unermäßliche zu steigern (USA 600 Milliarden US-Dollar in 2016), den die anderen Nationen weltweit bezahlen,
  • sein Militär weltweit in Stellung zu bringen (2008 allein 761 Stützpunkte),
  • Waren und Dienstleistungen zu importieren und mit wertlosen Papier zu bezahlen oder
  • sich von anderen das eigene Staatsdefizit finanzieren zu lassen.“ (siehe: konjunktion.info)

Die aktuellen Orientierungen einiger Nationen lauten:

  • Mehr Gold zur Währungsstabilisierung kaufen
  • Gold auf heimischem Boden lagern
  • kein Gold mehr verkaufen

Die Bedeutung: 

  • Deutliches Warnsignal, das auf anstehende grundlegende Veränderungen im Welt-Finanzsystem verweist
  • BRICS gegen USA-Finanzmonopol: Zwischen den USA-geführten westlichen Ländern und der BRICS-Ländergruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) eskaliert ein Konflikt um das Gold. Vor allem die Schwellenländern kaufen Gold, während westliche Länder Gold verkaufen (müssen!).
  • Wachsendes Mißtrauen gegenüber den USA (Zerfall des Petrol-Dollars, Zuverläßigkeit der Goldlagerung)
  • Wachsende Zahl derartiger Forderungen besonders aus Europa.
  • Vertrauenseinbruch bezüglich der Versorgung mit physischem Gold.
  • Heraufziehendes „Unwetter“ eines blitzartigen Hochschießens der Goldnotierungen.
  • Auslöser dafür ist die zunehmende Unmöglichkeit der Erfüllung von Geldpapier-Forderungen durch physische Lieferungen.
  • Das Ausmaß der Manipulation des Goldpreises auf dem Weltmarkt (unter 1.200 US-Dollar je Feinunze) trotzt dieser Probleme wird deutlich.

Die These über das physische Gold:

„Ohne Golddeckung ist eine Währung dem Tod geweiht, denn alles steht und fällt mit dem Vertrauen der Öffentlichkeit in die Währung; und das Vertrauen hat sehr viel mit dem Gold zu tun.“ (Schweizer Nationalrat Luzi Stamm)

Der USA-Gold-Besitz:

  1. USA: 8.134 Tonnen (angeblich, kein Beweis über den Besitz)
  2. Deutschland: 3.391 Tonnen (eigentlich in Besitz der USA!)
  3. IWF: 2.814 Tonnen (beherrscht von den USA)

Schweiz:

Am morgigen Sonntag – 29.11.2015 – stimmen die Menschen in der Schweiz über die »Rettet unser Gold«-Initiative ab. Dabei wird von der Schweizer Zentralbank verlangt, künftig 20 Prozent ihrer Aktiva in physischen Gold zu halten. Die Schweizer dürften sich in Geld- und Gold-Sachen auskennen, weshalb sie dieses Thema heute auf die Tagesordnung setzen. Die Schweiz würde dadurch massive Goldkäufe einleiten, auf 1.500 Tonnen geschätzt werden. Das wäre die Hälfte der Goldproduktion pro Jahr. Teil der Initiative ist die Forderung, das Gold auf heimischem Boden zu lagern und kein Gold mehr zu veräußern. Verschiedene Finanzmarkt- und Rohstoffanalysten spekulieren zudem, dass die EZB als Teil einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik auch Gold kaufen könnte. (Siehe hier)

Frankreich:

Auch die umstrittene französische Politikerin Marine Le Pen von der Front National forderte jetzt in einem Brief von der Zentralbank Frankreichs die Rückführung der gesamten Goldreserven aus dem Ausland. Sie verlangt eine exakte Prüfung der Menge und Qualität der französischen Goldreserven durch unabhängige Prüfer. Zusatzforderungen sind der Stopp jeglicher Goldverkäufe und der Erwerb von zusätzlichem Gold bei Preiskorrekturen. Historisch sei daran erinnert, daß an einer solchen Forderung seinerzeits General Charles de Gaullescheiterte.

Niederlande:

Am 20.11.2015 kündigten die Niederlande an, einen Teil ihrer Goldreserve von 612 metrischen Tonnen aus den USA zurückzuholen. Die in den Niederlanden aufbewahrten Goldbestände sollen von elf Prozent auf 31 Prozent des Gesamtbestandes ansteigen. In Kanada und Großbritannien gelagerte niederländisches Gold solle dort bleiben.

Deutschland (als Kolonie der USA):

2014 kündigte die Deutsche Bundesbank an, einen Teil der deutschen Gold-Reserven aus den USA und Frankreich zurückzuholen. Bisher ist dies nur zu einem unbedeutenden Teil erfolgt. Spiegel-Online teilte am 24. Juni 2014 mit: „Bundesregierung will Gold in den USA lassen.“  Offenbar kann das besetzte Land nicht über sein Gold verfügen. Deutschland hat seit dem Jahr 2000 auch keine einzige zusätzliche Unze Gold gekauft.

Russland:

Nach dem „World Gold Council“ habe allein Russlands Notenbank im dritten Quartal 2015 mehr Gold gekauft als alle anderen Zentralbanken zusammen!  Rußland hat seine Goldbestände seit März 2015 kontinuierlich aufgestockt – damals waren 1 Mio. Unzen hinzugekommen, im April ergab sich ein Plus von 0,3 Mio. Unzen, im Mai kamen weitere 0,1 Mio. Unzen hinzu, im Juni 0,8 Mio. Unzen und im Juli 0,4 Mio. Unzen Gold, im August Anstieg um weitere 0,6%. Die russischen Goldreserven hatten Ende Oktober  2015 einen Wert von 50,58 Mrd. USD. Laut IWF-Informationen verfügte Rußland im September 2015 über 1.352,22 Tonnen Gold. Das deutsche Handelsblatt überschreibt einen Artikel: „GRÖSSTER GOLDKÄUFER: Die Welt druckt Geld, Putin kauft Gold“

Es ist eine kluge Strategie,  die Abhängigkeit der Währungsreserven vom US-Dollar immer mehr zu verringern und dafür die Goldbestände aufzustocken. Rußland war schon 2014 das Land mit einer Gold-Förderung von 288 Tonnen weltweit auf Platz 2 hinter China. Die russische Notenbank kauft das Edelmetall von den nationalen Produzenten und bezahlt mit Rubel.

„Wenn auch dem letzten Investor klar wird, dass die US-Wirtschaft ohne das Gelddrucken nicht auskommen kann, dürfte der Dollar kräftig abwerten. Dann wird Russland allen Grund zum Strahlen haben, zumal wenn das Land die Zeit genutzt hat, um zwischenzeitlich die Goldbestände weiter aufzustocken.“ (finanzen100.de)

Der Gold-Preis ist schwankend, aber er ist zu 100 Prozent frei von rechtlichen und politischen Risiken.

Kasachstan:

Kasachstans steigerte ebenfalls seit 37 Monaten in Folge seine Goldbestände, die sich im September  2015 auf 213,46 Tonnen erhöhten.

China:

Vor allem Russland und China engagieren sich massiv für den Aufbau ihrer Gold-Reserven. Das ist ein Teil ihrer Strategie, den USA-Petro-Dollar möglichst schnell abzulösen und ihre eigenen Währungen mit Gold wenigstens optisch abzusichern. (Quelle: info.kopp-verlag.de)

Die Altgläubigen:

  • Noch am 04. November 2015 schreibt Hannes Vogel von n-tv.de in Berlin überheblich, dümmlich und kaum erträglich von „der sichersten Leitwährung der Welt“ – des USA-Dollar – und daß es keinen Grund gäbe in Gold zu investieren:

„Seit 2008 hat Russland seine Goldbestände fast verdreifacht und damit den Edelmetall-Anteil an seinen Reserven massiv ausgebaut. Wirtschaftliche Gründe allein können das nicht erklären. Vieles spricht dafür, dass der Kreml mit dem Goldrausch seine neue aggressive Außenpolitik absichern will….

Putin sieht seinen Goldschatz offenbar zunehmend als Waffe. Das  sollte zu denken geben. Gold taugt vor allem als Notreserve in Krisenzeiten. Es wirft keine Zinsen ab. Außer zur Schmuckherstellung hat es nur wenig praktischen Nutzen. Wer an eine friedliche Zukunft glaubt, hat keinen Grund, Gold zu horten.“

  • Auch finanzen.net bewertet wirklich voreilig und Rußland-feindlich: „Russlands Präsident legte den Staatsschatz in Gold an. So wollte er sich von der Dollar-Herrschaft lösen – und vom Kursanstieg in Krisenzeiten profitieren. Wie sich zeigt, war das ein großer Fehler.“

Die russischen Ziele mit der Erhöhung der Goldreserven: 

  • Sicherung der Unabhängigkeit der russischen Volkswirtschaft durch Verringerung der Abhängigkeit von US-Dollarreserven, von Sanktionen und von Angriffen der internationalen Kapitalmärkte.
  • Stärkung des Vertrauens in den Rubels durch einen wachsenden nationalen Goldschatz
  • Schaffung einer Golddeckung des Rubels als Landeswährung (wie es auch China mit seiner Nationalwährung macht)
  • Ablösung des Monopols des wertlosen USA-Dollars als Weltreservewährung, die eigentlich nur noch militärisch und politisch aufrecht erhalten wird.
  • Diversifikation bei den Devisenreserven und Ausweitung der Goldreserven bietet im internationalen Handel weitere Sicherheiten.

Die Rolle des schwarzen Goldes – Erdöl:

  • Seit 1. Januar 2015 wird das russische Erdgas und Erdöl nur noch in Rubel gehandelt, nicht mehr mit Petro-Dollar.  Mehr und mehr wird St. Petersburg zur internationalen Energiebörse, von wo auch iranisches Öl in Rubel gehandelt wird. Die neuen Verträge für russisches Erdöl werden nicht mehr in US-Dollar, sondern in Rubel geschlossen und an der internationalen Rohstoffbörse SPIMEX in Sankt Petersburg gehandelt.  Da Rußland der weltgrößte Erdölproduzent ist, hat daher die Einführung eines vom US-Dollar unabhängigen Referenzpreises für russisches Erdöl eine immense Bedeutung.  Damit wird das Erdölpreis-Monopol der Wall Street erheblich aufgebrochen. (siehe: info.kopp-verlag.de)
  • Rußland läßt sich heute den Verkauf von Erdöl in Gold direkt bezahlen oder kauft mit den erzielten Rubel oder US-Dollar sofort neues Gold. Da aber Gold in der vorhandenen Menge begrenzt ist, kommen die westlichen Staaten immer mehr in Schwierigkeiten, Gold für das benötigte Erdöl aufzubringen.
  • Ähnliche Versuche des Lösens vom „USA-Petrodollar“ hatten der frühere Präsident Iraks ,Saddam Hussein, und der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi unternommen und mußten dies jeweils mit ihrem Leben bezahlen, während durch die USA und ihre Vasallen die Länder in Krieg, Terror und Chaos gestürzt wurden.
  • Aber die Zeiten haben sich mit Rußland (und den BRICS-Staaten) stark geändert.

Neue Bedeutung von Gold nach der Finanzkrise 2008:

Seit der letzten weltweiten Finanzkrise 2008 entdeckten die Eliten wieder den Wert von Gold – sowohl des physischen als auch des virtuellen Goldes.

  • Seitdem bemühen sich nicht nur die BRICS-Staaten um physisches Gold.
  • Auch die Computerexperten und Kryptographen bemühen sich um die Schürfung von virtuellem Gold in Gestalt der digitalen Münzen der Kryptowährungen.

Nathaniel Popper titelt sein aktuelles Buch über Bitcoins „Digital Gold“.  Die Verfechter der neuen Kryptowährung Bitcoin sind überzeugt, daß diese (oder andere Kryptowährungen) für die Finanzwelt das sein können, was das Internet für die Medien war – nämlich die große Erneuerung, etwas Revolutionäres.

Nathaniel Popper: Digital Gold: The Untold Story of Bitcoin (Englisch), Gebundene Ausgabe, 21. Mai 2015, ISBN-10: 0241180619