Home > Gesellschaft > Neue Gesellschaft > Island zeigt Auswege aus der Finanzkrise

Island zeigt Auswege aus der Finanzkrise

Von Island können alle Länder lernen

Island hat es in den vergangenen Jahren meisterlich verstanden, die Folgen der Bankenkrise zu bewältigen. Ein Erfolg, von dem wir alle lernen können.

Der erfolgreiche isländische Weg aus der Bankenkrise unterscheidet sich vom zentralistischen, von oben gesteuerten Weg der Bankenrettung und der «Schuldenbewirtschaftung» der EU, auf dem bankrotte Banken künstlich am Leben gehalten werden und die Steuerzahler haften.

Anders als sonst überall auf der Welt gründete man keine „Bad Banks“, sondern „Good Banks“, in die ausschließlich das solide Inlandsgeschäft überführt wurde. Diese neuen Banken wurden verstaatlicht und übernahmen reibungslos das eigentliche Kerngeschäft. Die fragwürdigen neuen Finanzprodukte und das Auslandsgeschäft – inklusive der horrenden Schulden – blieben bei den alten Banken, die die Regierung wenige Tage später kollabieren ließ.

Während Islands Steuerzahler relativ glimpflich davonkamen, mussten die kreditgebenden internationalen Banken und Kleinsparer, die sich von irreal hohen Zinsen hatten blenden lassen, ihre Forderungen abschreiben. Das mag für die Betroffenen ärgerlich sein, aber so funktioniert nun einmal der Kapitalismus. Ein hoher Zins geht stets mit einem hohen Risiko einher.

Als eines der wenigen Länder hat Island die angeblichen Verursacher der Krise zur Verantwortung gezogen und angeklagt. Der damalige Premierminister Geir Haarde wurde im April 2012 teilweise schuldig gesprochen, die weiteren Regierungsmitglieder nicht bzw. ungenügend über die Probleme der isländischen Banken informiert zu haben. Im Dezember 2012 wurden zwei Manager von Glitnir wegen Betrugs zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt.

Vier Geschäftsleitungsmitglieder von Kaupthing wurden im Dezember 2013 wegen Betrugs und Marktmanipulation zu drei- bis fünfjährigen Haftstrafen verurteilt.

Island hat die Meinung gründlich widerlegt, dass die Rettung grosser Banken «alternativlos» sei (Too big to fail). Auch wenn der isländische Weg nicht eins zu eins auf andere Länder übertragen werden kann, inspiriert er doch, mutig neue Wege zu suchen.

Er zeigt auch, wie ein kleines Land mit eigener Währung in der globalen Finanzwelt selbstbewusst seinen Platz behaupten kann. Der Rückzug des EU-Beitrittsgesuchs war die logische Konsequenz.

Finanzprobleme dürfen nicht von einer kleinen Elite hinter geschlossenen Türen gelöst werden, sondern die Bevölkerung und die Steuerzahler können konstruktiv mithelfen, den Weg zum Erfolg zu finden.

Dass der IWF den isländischen Finanzminister angefragt hat, bei der Bewältigung der Schuldenkrise in Griechenland mitzuhelfen, spricht für sich.

Quelle des Beitrags: https://www.facebook.com/PolitikUndZeitgeschehen/

 

About woba

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.